Unsere diesjährige Fahrt ins Vogtland führte uns am ersten Maiwochenende in das schöne Mühlleithen und Umgebung. Einige unsere Mitglieder nahmen den Weg wieder im Kleinbus und in Fahrgemeinschaft mit unserem Werner Buhl auf sich, ohne auf das traditionelle Autobahn- Picknick mit mitgebrachten Leckereien zu verzichten.
Nach Ankunft im idyllischen „Waldhotel Vogtland“ hieß uns der Heimatverein Topas in Tannenbergsthal „Willkommen“. Der Verein hat seinen Sitz in einem Herrenhaus aus dem Jahr 1718, erbaut vom Johann Wilhelm Baumann. Sowohl das beeindruckende Herrenhaus, als auch die wechselvolle Geschichte des Hauses beeindruckte unsere Mitglieder. Neben der Geschichte des Hauses, berichtete uns die Vereinsvorsitzende – Karla Dunger- ausführlich über die 20- jährigen Geschichte des Heimatverein Topas und führte anschließend durch den Ort Tannenbergsthal. Es war uns eine Ehre, Gäste des Heimatvereins Topas zu sein und gleichzeitig ein gelungener Start unsere Vogtlandreise. Im Hotel konnten wir den ersten Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen.
Am nächsten Morgen starteten wir zur Vogtlandarena in Klingenthal, wo uns eine Führung zur Großschanze erwartete. Die Schanze gehört zu den modernsten Skisprung-Anlagen der Welt und ist immer wieder Anziehungspunkt für Sportler und Touristen. Der ehemalige Skispringer Jürgen Thomas führte uns über das Gelände und erläuterte leidenschaftlich jedes Details zur Schanze, deren Geschichte sowie alles Wissenswerte rund um den Skisport. Mit dem WieLi (Wigand-Lift) fuhren wir die 300 Meter lange Strecke nach oben, wo wir einen Eindruck gewinnen konnten, wie sich die Skispringer vor dem Sprung fühlen. Oben angekommen berichtete Jürgen Thomas weiter aus seiner langjährigen Erfahrung im Skisport und erklärte Details zu den Vorbereitungen des Skisprungs und Einzelheiten zur Schanze. Mit Jürgen Thomas hatten wir sehr großes Glück, denn er berichtete mit viel Humor und nahm uns mit in seine Welt, rund um den Skisport.
Von der Arena fuhren wir direkt zum Besucherbergwerk „Grube Tannenberg“ in Schneckenstein, dem höchstgelegenen und kältesten Besucherbergwerk Sachsens. Ausgestattet mit gelben Helmen, zum Schutz vor zu tiefhängenden Steinen und Steinschlägen (war für die großgewachsenen Mitglieder auch gut so), waren wir fit zum Befahren der Grube. Ein Geologe, der auch in der Grube gearbeitet hat, gab uns einen Einblick in die Arbeit in dem Erzbergwerk des 20 Jhd. und erläuterte uns die wichtigsten Arbeitsschritte der Bergleute in dem zugänglichen 600 M langen Tannenbergstollen. Neben den verschiedenen Ausbauarten waren die sichtbaren Kontaktzonen zwischen Schiefer und Granit faszinierend. Im Gedächtnis geblieben ist uns vor allem der gewaltige Hohlraum, den der Abbau des Greisenkörpers hinterlassen hat, aber auch der ohrenbetäubende Lärm der Bergbaubohrmaschinen, wenn diese auf den Berg treffen.
Im Thema bleibend, besuchten wir anschließend das Vogtländisch-Böhmische Mineralienzentrum Schneckenstein und die dortige Mineralien- und Bergbauausstellung in Verbindung mit der Vorstellung der Flora und Fauna der Region. Im Anschluss erklommen wir gut gelaunt den Topasfelsen Schneckenstein und genossen den Ausblick ins Tal, verbunden mit bildhaften Kindheitserinnerungen einiger unserer Mitglieder. Ein Abstecher zur Panoramahalde musste auch noch sein und von dort hatten wir noch einen wunderbaren Blick auf die zuvor besuchte Großschanze Vogtlandarena.
Vereinzelte Mitglieder besuchten noch die Deutsche Raumfahrtausstellung Morgenröthe- Rautenkranz e.V. im Geburtsort des ersten deutschen Kosmonauten Sigmund Jähn. Einmal in der Region, gehört dies einfach zum Pflichtprogramm.
Der letzte Höhepunkt unseres zweiten Tages war ein Programm der neugegründeten Sagengruppe Zwota, welche uns mit vogtländischen Sagen über die Moosweiblein von Zwota und die Schrakakerle sowie vogtländischer Musik den Ausklang versüßten. Die Künstler Thorald Beisel, Andrea Meisel, Karla Dunger, Steffi Sandner und Martina Zeißig führten uns mit ihren Geschichten und Musik zurück in eine Zeit, in der die Familie abends zusammen in der Küche saß und grusligen bis lustigen Geschichten lauschten. Wir danken der Sagengruppe für diesen fantastischen, vogtländischen Abendausklang.
Der letzte Programmpunkt führte uns am Sonntagmorgen zum Imkerverein Reichenbach e.V. Dort führte uns der Vereinsvorsitzende in die Theorie und Praxis der Imkerei ein und ließ uns für kurze Zeit am Leben eines Bienenstocks teilhaben.
Nach einem letzten, stärkenden Mittagsmahl ging es für alle Vogtländer zurück in ihre zweite Heimat, Berlin. Um den Abschied aus dem Vogtland zu versüßen, wählte der Reiseorganisator Werner Buhl den malerischen Weg entlang der Göltzsch.
Fazit: Unser Mitglied Werner Buhl hat ein wundervolles, ereignisreiches Programm zusammengestellt und wir konnten wieder Neues über unser Vogtland lernen und in Erinnerungen schwelgen. Es war eine rundum gelungene, von guter Stimmung getragene Vogtlandfahrt 2024. Wir freuen uns auf unseren nächsten Besuch in der Heimat.
Unser aller Dank gilt Werner Buhl. Deine Mühe und Engagement haben sich mehr als gelohnt.


