Vogtländischer Verein zu Berlin e. V.

12. Mai 2026, gepostet in Vogtland, Vogtländischer Verein zu Berlin e. V.Reisebericht Vogtlandfahrt 2026 – Auf dem Kulturweg der Vögte

Am 01.05.2026 morgens starteten wir mit einem Kleinbus und einem PKW in Berlin. Wir trafen uns gegen 11.30 Uhr beim Rastplatz „Am Steinberg“, nahe Nossen, zum Picknick.


Frisch gestärkt ging es zu unserem ersten Ziel im „Ascher Ländchen“, einem alten vögtischen Terrain der Vögte von Weida und später Plauen. Hier stieß noch ein Wohnmobil zu uns und wir waren mit stolzen 13 Mitreisenden komplett.
Herr Heinrich, der gute Geist und Herr über den Schlüssel, empfing uns mit der Pfarrerin Mgr. et Mgr. Vlasta Groll vor der Kirche „Zum guten Hirten“ in Podhradi / Neuberg. Sie führten uns in die älteste evangelische Kirche im ehemaligen österreichisch-ungarischen Herrschaftsgebiet. Hier erhielten wir einen lebendigen Einblick in die reiche Geschichte und das heutige kirchliche Leben. In den engen Bankreihen sitzend, konnte man Geschichte richtig spüren. Wir dankten Beiden und übergaben eine kleine Erinnerung an unseren Besuch.
Im unmittelbaren Umfeld befindet sich das gepflegte Gelände der Burgruine Neuberg mit zahlreichen Infotafeln und einem Turm, der einen Rundblick über Grenzen hinweg ins Land bietet.


Mit tollen Eindrücken von unserer ersten Etappe machten wir uns auf den Weg ins Hotel Barbarossa nach Cheb / Eger. Direkt am Markt gelegen, lud das Hotel förmlich zu einer ersten Besichtigung des Zentrums ein. Mit einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant U Krale Jiriho beschlossen wir den Tag.


Nach einem ausführlichen Frühstück holte uns Mgr. Štěpán Karel Odstrčil um 09.30 Uhr am Hotel zu einer Stadtführung ab. Als Germanist, Historiker und Volkskundler zog er uns mit seinem profunden Wissen und dem lebendigen Vortrag von der ersten Minute an in seinen Bann. Am Vormittag besichtigten wir das Stadtzentrum, das Museum Cheb, die Kirche des hl. Nikolaus und der hl. Elisabeth sowie die Burg. Allein über diese Etappe ließe sich eine längere Abhandlung schreiben. Wir waren uns einig, hierher kommen wir sicher wieder.


Zum Mittag versammelten wir uns im „Hvězda“. Einem Restaurant in historischem Ambiente direkt am Markt, mit eigener Brauerei und traditioneller Tschechischer Küche.


Nach dem Essen ging es zu den Fahrzeugen und wir starteten zu einer Rundfahrt durch das schöne Egerland. Erster Halt war Maria Loreto in Starý Hrozňatov / Altkinsberg, ein katholischer Wallfahrtsort und eine Gnadenstätte mit einem Rundblick über das Egerland und den Oberpfälzer Wald. Die Wallfahrtsstätte befand sich im ehemaligen Grenzstreifen und wurde erst beginnend in den 90-er Jahren wieder zum Leben erweckt.


Zweiter Halt in Lipová u Chepu / Lindenhau, einem lebendigen Dorfdenkmal mit Häusern, vorwiegend aus dem 18.und 19. Jahrhundert, im typischen Egerländer Fachwerkhausstil.


Dritter Stop Milíkov / Miltigau. Der Bauernhof unweit der Dorfkirche wurde 2005 zum Baudenkmal erklärt. Nach einer umfangreichen Rekonstruktion in den Jahren 2014–2021, dient der Hof nun der musealen Präsentation ländlichen Lebens im Egerland des 19.–20. Jahrhunderts. Das Anwesen ist ein wertvolles und authentisch erhaltenes Beispiel ländlich-bäuerlicher Architektur und deren Fachwerkbauweise, die für das Egerland seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts so typisch sind. Die ältesten Teile des Hofes stammen von 1781 und Auch zu diesem Teil der Führung wären langere Abhandlungen nötig. Allein die Geschichte vom Huasnoantoutara“ (dem Egerländer Hosenknopf) bedürfte einer längeren Erzählung. Für uns neu war auch die bedeutsame Rolle des Dudelsacks für die Egerländer Volksmusik.


Vierter Halt, Tankstop und Erinnerung, dass wir bald wieder andere Preise an der Tanksäule sehen.


Mit vielen positiven Eindrücken hieß es am Hotel Abschied nehmen. Voller Begeisterung über diesen unvergesslichen Tag bedankten wir uns ganz herzlich bei Mgr. Štěpán Karel Odstrčil. Wir übergaben eine
kleine Erinnerung an den Besuch unserer Vereinsdelegation. Die Sympatie und Wertschätzung wurde erwidert und wir dürfen uns gern erneut melden.
Unser ganz besonderer Dank gebührt Herrn Mgr. Štěpán Karel Odstrčil vor allem, weil er uns auch schon bei der Vorbereitung der Fahrt mit seinen Programmvorschlägen maßgeblich unterstützt hat.


Eine letzte Nacht im Hotel, ein gutes Frühstück und Start zur letzten Etappe. Burg Seeberg war unser Ziel, von 10.00 Uhr bis 11.30 Uhr hatten wir Zeit zur Besichtigung. Die Burg ist eine Ministerialenburg aus dem 12. Jahrhundert mit umfangreichen Ausstellungen über egerländer Geschichte und Volkskultur. Die Räume waren so liebevoll und authentisch eingerichtet, dass man sich auch hier in die Zeit zurückversetzt fühlte. Mit dem benachbarten Vogtland verbindet sie auch ein grenzüberschreitendes Projekt: www.kulturweg-der-voegte.eu

Für das Abschiedsessen, natürlich mit böhmischer Küche, hatten wir im Cafe Restaurant F1 direkt an der Grenze zu Deutschland reserviert. Gesättigt und nach einem kleinen Einkaufsbummel, ging es zurück.

Es bleibt, wie schon bei den letzten Fahrten, die Inspiration auch diese Region noch näher zu erkunden.

verfasst von Administrator

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